Unterstützungen für Kunst-, Kultur- und Filmschaffende

Unterstützungen für Kunst-, Kultur- und Filmschaffende

Stand 20.07.2020

NEU: Antragstellung für die Überbrückungsfinanzierung seit 03.07.2020 möglich! Antragstellung für die 2. Auszahlungsphase des COVID-19-Fonds des KSVF startet am 10. Juli 2020

Themenübersicht

1. Überbrückungsfinanzierung für selbständige KünstlerInnen

2. Härtefallfonds des Bundes (Antrag über Wirtschaftskammer Wien)

3. Unterstützung durch den Künstlersozialversicherungsfonds

4. Kultur Katastrophenfonds von AKM, austro mechana und OESTIG

5. Notmaßnahmen der Bildrecht

6. VAM-Katastrophenfonds

7. Arbeitsstipendium aufgrund von COVID-19

8. Comeback-Zuschuss für Film- und TV-Produktionen

 

1. Überbrückungsfinanzierung für selbständige KünstlerInnen

  • Personen, die Kunst und Kultur schaffen, ausüben, vermitteln oder lehren und
    • Ist man bei der SVS nicht als KünstlerIn geführt, ist aber tatsächlich künstlerisch tätig, kann man sich im Zuge der Beantragung der Beihilfe nachträglich als KünstlerIn deklarieren.
  • Zum 13. März 2020 als KünstlerInnen in der SVS pflichtversichert oder freiwillig versichert (Opting-In) sind oder
  • Spätestens am 13. Juni 2020 eine Anmeldung zur Pflichtversicherung oder freiwilligen Versicherung aufgrund selbständiger künstlerischer Tätigkeit bei der SVS eingelangt ist oder
  • Im Jahr 2018 und/oder 2019 pflichtversichert waren und zum Stichtag 13. März 2020 iSd RL künstlerisch tätig sind.
  • Auch Altfälle, dh jene, die nach dem ASVG kranken- und unfallversichert und bei der SVS nur pensionsversichert sind können einen Antrag stellen.
  • Im Antragszeitpunkt darf keine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung bezogen werden.

Welche weiteren Voraussetzungen müssen im Zeitpunkt der Antragstellung kumulativ erfüllt sein?

  • Hauptwohnsitz in Österreich.
  • Vorliegen einer durch COVID-19 verursachten wirtschaftlichen Notlage   
    • Die laufenden Kosten (Lebenshaltungs- und Betriebskosten) können nicht mehr gedeckt werden oder
    • Gefährdung der Weiterführung der künstlerischen Tätigkeit

Wie ist die Förderung ausgestaltet?

  • Nicht rückzahlbarer, steuerfreier Zuschuss in Form einer Einmalzahlung iHv € 6.000,-
  • Bereits gewährte oder zugesagte Leistungen aus dem Härtefallfonds sind abzuziehen.
  • die Phase 1 aus dem COVID-19-Fonds des KSVF wird nicht angerechnet.
  • Die Zusage eines Arbeitsstipendiums und/oder einer Verwertungsgesellschaft hat/haben keinen Einfluss auf die Gewährung dieser Beihilfe.

Was ist bei der Antragstellung zu beachten?

  • Antragstellung über ein Online-Formular von der SVS ab 03.07.2020
  • Folgende Angaben sind nötig:
    • Namen, Adresse und Sozialversicherungsnummer der Antragstellerin/des Antragstellers.
    • Angabe zur selbständigen künstlerischen Tätigkeit.
    • Erklärung der durch COVID-19 verursachten wirtschaftlichen Notlage.
    • Höhe der bislang erhaltenen und/oder zugesagten Unterstützung aus dem Härtefallfonds.
    • Erklärung, dass der die Antragstellerin/Antragsteller zur Kenntnis nimmt, dass der ihr/ihm gewährte Zuschuss in der Transparenzdatenbank erfasst wird.
    • Bankverbindung der Antragstellerin/des Antragstellers.
    • Bestätigung, dass die Beihilfenvoraussetzungen der Richtlinie erfüllt sind, alle Verpflichtungen übernommen werden und alle Angaben vollständig, richtig und nachweisbar sind.

2. Härtefallfonds des Bundes (Antrag über Wirtschaftskammer Wien)

Wie viele anderen Gruppen an Einzelunternehmen können auch Kunstschaffende den Härtefallfonds des Bundes (abgewickelt von der Wirtschaftskammer) in Anspruch nehmen. Details dazu finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag zum Härtefallfonds: https://www.steirer-mika.at/de/node/3117

Die wichtigsten Voraussetzungen für die Phase 2:

  • Es muss ein Härtefall vorliegen
    • Sie sind nicht mehr in der Lage, die laufenden Kosten zu decken oder 
    • von einem behördlich angeordneten Betretungsverbot aufgrund von COVID-19 betroffen oder 
    • haben einen Umsatzeinbruch von mindestens 50% zum Vergleichsmonat des Vorjahres
  • Nachweis der Selbständigkeit durch
    • Einen Einkommensteuerbescheid mit Einkünften aus selbständiger Arbeit und/oder Gewerbebetrieb aus dem Zeitraum 2015-2019 
    • oder unbeschränkte Steuerpflicht in Österreich
  • Anmeldung zu einer gesetzlichen Sozialversicherung (Pflichtversicherung oder freiwillige Versicherung)
    • Mehrfachversicherungen führen zu keinem Ausschluss mehr
    • Pflichtversicherung muss nicht durch die selbständige Tätigkeit begründet sein
    • ausgenommen ist jedoch eine Mitversicherung als Angehörige
  • Ausnahme für Jungunternehmer: 
    • benötigen keinen rechtskräftigen Einkommensteuerbescheid
    • müssen den Nettoeinkommensentgang selbständig ermitteln und plausibel darstellen können (Details werden noch ausgearbeitet)
    • erhalten pauschalen Zuschuss iHv € 500,- pro Monat 
  • es besteht kein Anspruch auf Leistungen aus privaten bzw beruflichen Versicherungen zur Abdeckung von COVID-19 Auswirkungen
  • es ist kein Insolvenzverfahren anhängig und es besteht kein Reorganisationsbedarf 

https://www.wko.at/service/haertefall-fonds-foerderrichtlinie-phase2.html

 

3. Unterstützung durch den Künstlersozialversicherungsfonds

  • COVID-19-Fonds des KSVF
    • iHv € 5 Mio
    • folgende Punkte müssen für die Antragsberechtigung kumulativ erfüllt sein:
      • Künstler_innen und Kulturvermittler_innen,  die weder den Härtefallfonds der Bundesregierung (der über die Wirtschaftskammer abgewickelt wird) noch die Überbrückungshilfe bei der SVS in Anspruch nehmen können und
      • über einen Hauptwohnsitz in Österreich verfügen und
      • von einer wirtschaftlich signifikanten Bedrohung durch COVID-19 betroffen
        • nicht mehr in der Lage, die laufenden Kosten (Lebenshaltungs- und Betriebskosten) aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 mittels ihrer laufenden Einnahmen zu decken und die Weiterführung der künstlerischen/kulturvermittelnden Tätigkeit gefährdet ist.
        • Vorhandenes Vermögen und/oder Kontoguthaben werden nicht zur Beurteilung der wirtschaftlichen Situation herangezogen.
      • Im Kalenderjahr 2020 überschreiten die gesamten in- und ausländischen Einkünfte € 29.942,90 nicht und
      • Kein Anspruch auf Leistungen aus privaten bzw beruflichen Versicherungen zur Abdeckung von COVID-19-Auswirkugen und
      • Für denselben Sachverhalt nicht bereits Beihilfen aus dem KSVF-Notfallfonds bezogen wurden
    • Auszahlungsphase 2
      • Antragstellung ab 10. Juli 2020 bis 31.12.2020 (vorbehaltlich budgetären Mittel)
      • Maximal € 3.000 in Form einer Einmalzahlung
      • Ein Zuschuss aus der Phase 1 des COVID-19-Fonds ist auf die maximale Beihilfenhöhe anzurechnen

https://www.ksvf.at/covid-19.html

https://www.ksvf.at/covid-19-beihilfe-online-beantragen.html

 

  • Unterstützungsfonds des KSVF
  • Unabhängig vom Coronavirus bestehender Fonds (Umfang € 500.000,00) zur Unterstützung von Künstler_innen mit Hauptwohnsitz in Österreich in Notfällen mittels Beihilfen
    • Antragstellung: https://www.ksvf.at/ein-notfall-was-nun-tun.html
    • die Gewährung der Beihilfen erfolgt durch den Fonds nach Maßgabe der Richtlinie und vorhandener Mittel
    • Eine Beihilfe kann grundsätzlich für sämtliche finanzielle Aufwendungen, die mit dem Notfall im Zusammenhang stehen, gewährt werden (ausgenommen sind Strafen, Steuern, Unterhaltsverpflichtungen, Rechtskosten und Sozialversicherungsbeiträge)
    • Als Notfall gilt eine aufgrund äußerer Umstände eingetretene schwierige Situation, die die Existenz, die Gesundheit, das Leben, die Berufsausübung oder ein menschenwürdiges Leben beeinträchtigt bzw bedroht
    • Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung des Corona-Virus, insbesondere die Absage von Veranstaltungen und die damit verbundenen Einkommensausfälle, sind ein unvorhersehbares/außerordentliches Ereignis, deren Nichtbehebung zu einem Notfall führt; (es wurde aber zusätzlich zum Notfallfonds parallel ein Covid 19 Fonds errichtet, siehe untenstehend) Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Notfallfonds oder Covid 19 Fonds:
      • Zumindest 6-monatiger Hauptwohnsitz in Österreich im Zeitpunkt der Antragstellung; in außergewöhnlichen Notsituationen können auch Ansuchen mit einer kürzeren Dauer des Hauptwohnsitzes berücksichtigt werden; Nachweis mittels Meldebestätigung
      • Künstlereigenschaft gem § 2 (1) K-SVFG wird vom Beirat überprüft, wenn diese nicht bereits im Zusammenhang mit dem Beitragszuschuss festgestellt worden ist
    • Höchstgrenze der Unterstützungsleistung pro Ansuchen € 5.000,00
    • eine Antragstellung sowohl beim COVID-19-Fonds als auch beim Unterstützungsfonds ist NICHT möglich

https://www.ksvf.at/

https://www.ksvf.at/ein-notfall-was-nun-tun.html

 

4. Kultur Katastrophenfonds von AKM, austro mechana und OESTIG

  • iHv 1 Mio Euro aus den Mitteln der SKE der Verwertungsgesellschaften
  • für die Mitglieder der Verwertungsgesellschaften AKM & austro mechana und der OESTIG
  • Zuschuss ausschließlich für Musik-Urherber_innen, die durch signifikanten Tantiemen- oder Honorarausfall in finanzielle Not geraten und dadurch existentielle Probleme bekommen; die regulären Tantiemenauszahlungen bleiben davon unberührt
    • Anträge auf Zuschüsse sind leider nicht mehr möglich!
  • Darlehen zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen für den wirtschaftlichen Weiterbestand
    • für Urheber_innen und Verlage von musikalischen Werken
    • einmaliges Darlehen idH von max. € 15.000,00
    • zinsenlos
    • monatliche Rückzahlung in 15 Monatsraten beginnend mit Oktober 2020
    • Laufzeit max. 2 Jahre
    • Erforderliche Unterlagen: Individueller Antrag, der die finanzielle Notlage bzw den aktuellen Finanzbedarf sowie die weiteren Pläne ausreichend darlegt und eine eidesstattliche Erklärung
    • Bei Zahlungsverzug können vorhandene sowie zukünftige Tantiemenzahlungen bei AKM und/oder austro mechana bis zur vollständigen Tilgung des Überbrückungsdarlehens zur Kompensation der offenen Schuld herangezogen werden
  • Antragstellung AKM/austro Mechana mittels Formular über https://www.akm.at/ueber-uns/soziale-kulturelle-foerderungen-2/kultur-katastrophenfonds/
  • https://www.ske-fonds.at/rte/upload/download/darlehen_nach_corona-notfall.pdf
  • Antragstellung OESTIG https://www.oestig.at/de/OESTIG/Aktuelles_Veranstaltungen/iEvId__118.htm

 

5. Notmaßnahmen der Bildrecht

  • Mittel sind bereits ausgeschöpft! 
  • Stellt ihren Mitgliedern Sondermitteln aus dem SKE-Fonds zur Verfügung, wenn diese aufgrund der aktuellen Beschränkungen in eine existenziell problematische Lage geraten oder der Situation geschuldete Einbußen erleiden, die ihren Lebensunterhalt gefährden
  • Soforthilfe iHv € 500.000
  • https://www.bildrecht.at/bildurheberinnen/corona-%C3%BCberbr%C3%BCckungsfonds/

 

6. VAM-Katastrophenfonds

  • iHv € 250.000 (lt aktueller Auskunft ist dieser bereits zur Hälfte erschöpft)
  • Voraussetzungen:
    • Bezugsberechtigte der VAM, dh jene die zum Zeitpunkt der Antragstellung über einen seit mindestens 3 Jahresn ununterbrochenen, aufrechten Wahrnehmungsvertrag mit der VAM verfügen
    • im Bereich der sozialen Einrichtungen wird auf eine aktuelle Notlage aufgrund der derzeitigen Coronavirus-Krise abgestellt
    • im Bereich der kulturellen Einrichtungen wird auf einen durch den Ausbruch des Coronavirus verursachten und nachweislichen Schaden abgestellt
  • max. € 10.000 je Bezugsberechtigter
  • Auskünfte zur Antragstellung und Antragsformular abrufbar unter: https://www.vam.cc/pflichtveroeffentlichungen/vam-katastrophenfonds/

 

7. Arbeitsstipendium aufgrund von COVID-19

  • Von der Stadt Wien
    • Für freischaffende Künstler_innen und freiberufliche Wissenschafter_innen
    • die aufgrund der Corona-Krise in eine finanzielle Notlage geraten sind und
    • ihren Hauptwohnsitz in Wien haben
  • erforderliche Unterlagen:
    • kurze Darstellung des Vorhabens/Verwendungszwecks und kurze Darstellung der Betroffenheit von der Krise insbesondere Absage von Auftritten usw.
    • künstlerischer oder wissenschaftlicher Lebenslauf
    • Aktueller Meldezettel (Hauptwohnsitz Wien)
    • Kontaktdaten, Bankverbindung
    • Gewünschte Höhe der Förderung
  • Nicht Antragsberechtigt:
    • Student_in
    • Künstler_in oder Wissenschafter_in, die Einkünfte aus der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung oder Pensionsversicherung bezieht
  • Stipendium iHv einmalig max. € 3.000,- (projekt- und personenbezogen)
  • Einreichfrist läuft bis 29. April 2020 und die Antragstellung kann ausschließlich über coronahilfe@ma07.wien.gv.at erfolgen
  • Nachweis für die Verwendung des Arbeitsstipendiums bis 31. Juli 2020 mittels kurzen Projektberichts

 

8. Comeback-Zuschuss für Film- und TV-Produktionen

  • Der Zuschuss soll das Fortsetzen von unterbrochenen oder verschobenen Dreharbeiten von Kino- und TV-Produktionen ermöglichen und wird in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt
  • Die Förderung wird ausschließlich für Kino- und TV-Produktionen gewährt
  • Förderbare Kosten:
    • Es sind nur jene Kosten im Rahmen der Herstellung von Kino- und TV-Produktionen gefördert, die nachweislich aufgrund von Einschränkungen bei Dreharbeiten in Österreich iZm COVID-19 anfallen
    • Außerdem dürfen die Kosten weder durch Dritte übernommen werden, noch durch die Inanspruchnahme anderer Förder- bzw. Hilfsmaßnahmen gedeckt werden
    • Um eine Mehrfachförderung zu vermeiden, müssen die beteiligten Bundesförderstellen die jeweils von ihnen getragenen Kosten abgleichen
      • Bei der Antragstellung werden die gesamten Förderungsmittel erhoben und die Transparenzdatenbank abgefragt
    • Als förderbare Kosten können ausschließlich jene Kosten anerkannt werden, die nachweisbar als Mehraufwand aufgrund von COVID-19-bedingten Unterbrechungen und Verschiebungen von Dreharbeiten entstanden sind und über die ursprünglich kalkulierten Herstellungskosten hinausgehen
  • Nicht förderbare Kosten:
    • Kosten, die vor dem Datum des Förderungsantrages entstanden sind (ist wohl ein Fehler in der Richtlinie und es sind vermutlich jene Kosten gemeint, die vor dem 16.3.2020 angefallen sind)
    • Kosten, die durch eine Versicherung abgedeckt werden;
    • Kosten, die nach Ende der Dreharbeiten entstanden sind;
  • Grundsätze:
    • Der Förderungswerbende hat alle zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen, um Ansprüche gegenüber der gegenständlichen Fördermaßnahme auf ein Minimum zu reduzieren
    • Soweit zweckmäßig sind daher nachweislich mehrere Angebote einzuholen
    • Sollte der Zuschuss in Anspruch genommen werden, sind bei der Wiederaufnahme von Dreharbeiten die ursprünglichen Beschäftigten wieder einzustellen sofern der Wiederbeschäftigung zu denselben Bedingungen keine zwingenden Gründe entgegenstehen
  • Anspruchsberechtigt:
    • Unabhängige Filmproduktionsunternehmen
      • Keine Unabhängigkeit liegt vor, wenn ein einzelner Fernsehveranstalter mehr als 25% der Anteile oder Stimmrechte hält oder wenn zwei oder mehrere Fernsehveranstalter zusammen mehr als 50% der Anteile oder Stimmrechte halten
    • Mit einer Betriebsstätte oder Zweigniederlassung in Österreich, solange sich der Unternehmensstandort innerhalb des EWR befindet
    • Filmproduktionsunternehmen müssen für die Herstellung des Films bis zur Lieferung der ersten vorführfähigen Kopie oder des Sendebandes verantwortlich bzw. im Falle einer Koproduktion mitverantwortlich und aktiv in die Filmherstellung eingebunden sein
  • Nicht anspruchsberechtigt:
    • Unternehmen in Schwierigkeiten gem. Art 2 Z 18 AGVO zum Stichtag 31.12.2019 oder
    • Unternehmen mit einem anhängigen Insolvenzverfahren oder
    • Unternehmen, die die Voraussetzungen zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens auf Antrag eines Gläubigers erfüllen
    • Unternehmen, die einer Rückforderungsanordnung aufgrund einer Kommissionsentscheidung zur Feststellung der Rechtswidrigkeit und Unvereinbarkeit einer Beihilfe mit dem gemeinsamen Markt nicht Folge geleistet haben
  • Allgemeine Förderungsvoraussetzungen:
    • Bestehender Finanzierungsbedarf mindestens in Höhe der gewährten Förderung, dh ohne Förderung ist die Kino- oder TV-Produktion infolge einer COVID-19-Unterbrechung undurchführbar oder in unzureichendem Umfang durchführbar
    • Die finanzielle Absicherung der Kino- oder TV-Produktion aufgrund der Förderung muss insbesondere durch einen Kosten-, Zeit- und Finanzierungsplan nachgewiesen werden
    • Zugesagte Förderungen im Bereich der Herstellung seitens des Österreichischen Filminstituts, im Rahmen des ORF-Film/Fernsehabkommens, des Filmstandorts Austria, der Sektion IV – Kunst und Kultur des BMKÖS, des RTR Fernsehfonds Austria oder ein aufrechter Vertrag über eine Auftragsproduktion mit einem TV-Sender
    • Auftragsproduktionen müssen darüber hinaus die Anforderungen des sogenannten "kulturellen Eigenschaftstests“ erfüllen
      • Außerdem können bei Auftragsproduktionen nur fiktionale Formate in Form von programmfüllenden Filmen mit einer Laufzeit von mindestens 70min oder Serien mit einer Laufzeit von mindestens 45min gefördert werden
    • Von der Förderung ausgenommen sind Kino- und TV-Produktionen, die
      • gegen geltendes Recht oder die Verfassung verstoßen oder
      • die Menschenwürde verletzen, gegen religiöse oder sittliche Gefühle verstoßen oder gewaltverherrlichend sind
  • Förderungshöhe:
    • Es können bis zu 100% der förderbaren Kosten ersetzt werden, in Summe max. EUR 2,5 Mio
      • Handelt es sich um eine Serie bzw. Reihe findet die Maximalsumme von EUR 2,5 Mio auf eine einzelne Episode oder Folge Anwendung
    • Die Höhe wird einerseits durch die beihilfenrechtlichen Obergrenzen gem. Art 53 und Art 54 AGVO begrenzt
    • Andererseits darf der Zuschuss max. 75% der ursprünglich kalkulierten gesamten Herstellungskosten betragen
  • Antragstellung:
    • Unter https://foerdermanager.aws.at/#/
    • Insbesondere sind folgende Nachweise und Unterlagen anzuhängen:
      • Aufstellung über alle zugesagten bzw. noch zu beantragenden Förderungen und sonstige Finanzierungsbestandteile
        • Mitteilungspflicht über nachträglich angesuchte Förderungen besteht bis zum Abschluss des geförderten Vorhabens!
      • Kostenkalkulation des zu fördernden Vorhabens (mittels in Österreich üblichen Kalkulationsschema für Fördergeber)
      • Termin- und Drehplan
      • Aufrechte branchenübliche Versicherung
    • Antragstellung ist bis längstens 31.12.2020 möglich (first come first served)
  • Abwicklung:
    • Die AWS gibt nach Abschluss der Prüfung eine Empfehlung über die Förderungswürdigkeit ab
    • Entscheidung über die Gewährung einer Förderung treffen die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport
    • Die Entscheidung ist dem Förderungswerber schriftlich mitzuteilen
      • Im Falle einer Gewährung wird dem Förderungswerber ein zeitlich befristetes Förderungsanbot übermittelt; mit der Annahme durch den Förderungswerber kommt der Förderungsvertrag zustande;
      • Im Falle einer Ablehnung hat die AWS die für die Entscheidung maßgeblichen Gründe bekanntzugeben
    • Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Gewährung einer Förderung und die Gewährung erfolgt nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mitteln (Gesamtbudget EUR 25 Mio)
    • Die gewährte Förderung darf nicht zur Bildung von Rücklagen oder Rückstellungen nach dem EStG oder dem UGB verwendet werden
    • Die Förderungsmittel werden frühestens nach Abschluss der Dreharbeiten bzw. nach endgültigem Drehabbruch und Nachweis der tatsächlichen Kosten ausbezahlt